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Archäologie in Hüttenberg

Seit 2003 finden am Hüttenberger Erzberg archäologische Ausgrabungen unter der Leitung von Univ.-Doz. Dr. Brigitte Cech statt. Der Hüttenberger Erzberg mit seinen manganreichen Eisenerzen gilt seit langem als Produktionsstätte des berühmten Ferrum Noricum, des in antiken Quellen wegen seiner Qualität gepriesenen norischen Eisens.

Archäologische Ausgrabungen in SemlachDie Forschungen konzentrieren sich auf ein großes antikes Industrieareal im Ortsteil Semlach. Die ältesten Funde und Befunde stammen aus der Bronzezeit. Nach derzeitigem Wissenstand begann die Eisengewinnung in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. und dauerte bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. Bisher konnten sechs ausgezeichnet erhaltene Schmelzöfen freigelegt werden. An weiteren kaiserzeitlichen Befunden gibt es Mauern, die die Arbeitsbereiche von den Schlackenhalden trennen. Das Fundmaterial weist darauf hin, dass die Arbeitsstätten der Hüttenarbeiter und ein Verwaltungssitz in unmittelbarer Nähe der Verhüttungsstätten waren. Diese einmalige Situation bietet die Möglichkeit, nicht nur die Schmelztechnologie zu erforschen, sondern auch die Arbeitswelt und das tägliche Leben der Arbeiter und des Verwaltungspersonals.


Zur Person der Grabungsleiterin


Dr. Brigitte Cech ist selbständig tätige Wissenschaftlerin, an der Universität für Montan- und Industriearchäologie habilitiert und Honorary Research Fellow am Institute of Archaeology, University College London. Die Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit sind Berg- und Hüttenwesen, sowie Technik und Ingenieurwesen der Antike. Daneben beschäftigt sie sich seit einigen Jahren intensiv mit Wissenschaftskommunikation. Dabei hat sie im Jahr 2006 bei einem Preisausschreiben für Wissenschaftskommunikation des Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung mit dem Projekt „Kinder forschen” einen Preis gewonnen.